Warum ein Jahrplan einer «Großen Revision» überlegen ist
Die Verschmutzung einer Wohnraumlüftung ist kein Saisonenphänomen: Der Zuluftfilter setzt sich allmählich zu, das Kondensat arbeitet den ganzen Winter, die Küchenhauben sammeln Fett im Sommer wie im Winter. Eine einzelne große Jahresrevision lässt das System sechs Monate lang mit nachlassenden Volumenströmen abtreiben. Vier Besuche zu je zwanzig Minuten, zu den Saisonwechseln angesetzt, halten die Anlage dauerhaft konform — für ein Drittel der Zeit einer vollständigen Revision. Und jeder Durchgang zielt auf den kritischen Punkt des jeweiligen Augenblicks.
September-Oktober: Auf den Winter vorbereiten
- Filter: kompletter neuer Satz (Zuluftseite am Gerät, Grobvorfilter falls vorhanden). Bei einer Wärmerückgewinnungsanlage ist dies der einzige Augenblick, beide Seiten zu wechseln, ohne Gefriergefahr während des Eingriffs.
- Kondensatablass: Siphon oder Auffangschale unter dem Wärmetauscher, Wasserverschluss wiederherstellen. Bei bereits kaltem Wetter ist gefrorenes Wasser in der Schale die erste Ausfallursache von Oktober bis März.
- Dämmung: Kontrolle der Manschette auf den Strecken in unbeheizten Zonen; ein abgehobener Kragenrand erzeugt die ganze Saison Durchsickern.
- Unterdrucktest unter der Küchenhaube: Papiertest, der Zug muss bei geschlossenen Fenstern halten.
Dezember-Januar: Die Kaltkontrolle
Ein kurzer, opportunistischer Besuch: Das Gerät bei Heizlastspitze abhören, prüfen, dass die Wärmerückgewinnung bei Frost nicht vereist (falls doch: am Schaltschrank abgelesene Lufttemperaturen und die Auslösung der Abtauung prüfen), und das Ausbleiben von beschlagenen Scheiben im Schlafzimmer um 7 Uhr kontrollieren — Morgenbeschlag ist das Zeichen, dass die Anlage genau dann unterleistet, wenn der Bedarf am größten ist.
März-April: Die Bilanz nach der Heizsaison
- Volumenströme Raum für Raum mit dem Anemometer ablesen und mit dem Einregelierprotokoll vergleichen: eine Abweichung über 15 % an einer Haube zeigt eine lokale Zusetzung oder ein ermüdetes Bauteil an.
- Absaughauben entstauben (demontierbare Roste, feuchtegeregelte Bauteile trocken abwischen — niemals tauchen).
- Bei Mehrfamilienanlagen: die Siphons am Fuß der Steigleitung mit der Hausverwaltung spülen (gemeinschaftliche Wartung).
Juni-Juli: Die Sommerinspektion
Der einzige Augenblick des Jahres, an dem man das Gerät ohne Unbehagen öffnen und die Sommerbypass-Klappe einer Wärmerückgewinnungsanlage testen kann (Klappe offen, die Zuluft muss sich der Außentemperatur annähern). Dabei die Dachdurchführung inspizieren — Haube, Rückschlagklappe, Wespenner — und die Spannung der Leitungen prüfen, die von der Dachbodenhitte gelockert wurde.
Die Checkliste, in fünf Zeilen
- Filter gewechselt, Datum mit Edding auf das Gerätegehäuse geschrieben.
- Kondensat abgelassen, Wasserverschluss wiederhergestellt.
- Volumenströme an den fünf Punkten gemessen (Küche, Bad, WC, zwei Schlafzimmer), Abweichungen unter 15 %.
- Hauben und Luftzuführungen sauber, Klappen frei beweglich.
- Dachdurchführung kontrolliert, Leitungen gespannt, Dämmung abgedichtet.
Diese fünf Zeilen passen auf eine laminierte Karte im Technikschrank. Das ursprüngliche Einregelierprotokoll, daneben aufbewahrt, ist der Bezugswert, gegen den man vergleicht — ohne ihn wartet man im Blindflug.


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